{"id":52976,"date":"2020-04-22T10:07:21","date_gmt":"2020-04-22T08:07:21","guid":{"rendered":"https:\/\/univet.hu\/?p=52976"},"modified":"2020-05-05T09:44:13","modified_gmt":"2020-05-05T07:44:13","slug":"wir-brauchen-drei-grosse-tafeln-gespraech-mit-dem-direktor-fuer-bildung-dr-gabor-matis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/univet.hu\/de\/2020\/04\/wir-brauchen-drei-grosse-tafeln-gespraech-mit-dem-direktor-fuer-bildung-dr-gabor-matis\/","title":{"rendered":"Wir brauchen drei gro\u00dfe Tafeln \u2013 Gespr\u00e4ch mit dem Direktor f\u00fcr Lehre, Dr. G\u00e1bor M\u00e1tis"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Lehrt\u00e4tigkeit von Dr. G\u00e1bor M\u00e1tis, der 1986 in Szeksz\u00e1rd geboren wurde, verlief absolut geradlinig. An der Mittelschule tankte er den Kraftstoff f\u00fcr sein imagin\u00e4res Raumschiff in den F\u00e4chern Biologie und Chemie auf und kam mit diesem biochemischen \u201eGemisch\u201c in der Galaxis der Istv\u00e1n Stra\u00dfe an. Seine Forschung konzentrierte sich auf Stoffwechselprozesse und In-vitro-Experimente mit Zellkulturen. Sein Lieblingszeitvertreib ist jedoch, mit einer Kreide in der Hand vor den Studierenden zu stehen. Er ist au\u00dferordentlicher Professor der Abteilung f\u00fcr Biochemie am Lehrstuhl f\u00fcr Physiologie und Biochemie und arbeitet seit einigen Monaten als Direktor f\u00fcr Lehre an der Universit\u00e4t. Hier ist ein Auszug aus unserem Interview mit ihm.<\/strong><\/p> <p>Ich wollte schon immer Lehrer werden. Ich habe mich besonders mit Biologie und Chemie besch\u00e4ftigt, dank meiner gro\u00dfartigen Gymnasiallehrer in diesen F\u00e4chern. Ich h\u00f6rte auf den Rat meiner Eltern und meines Gymnasiallehrers, die sagten, dass ich noch Zeit haben werde, mich zwischen Berufsaus\u00fcbung oder Unterrichtst\u00e4tigkeit zu entscheiden, und strebte eine Karriere als Veterin\u00e4rmediziner an. Nach dem Abschluss stand au\u00dfer Frage, dass ich mich zu Letzterem entschlie\u00dfen werde. Als Student galt ich als guter Student, meine Pr\u00fcfungen verliefen in der Regel gut. Bereits in meinem f\u00fcnften Studienjahr unterrichtete ich Biochemie, und zwar sowohl auf Ungarisch als auch auf Englisch.<\/p> <p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-52855\" src=\"https:\/\/univet.hu\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Matis_1-320x320.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"320\" srcset=\"https:\/\/univet.hu\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Matis_1-320x320.jpg 320w, https:\/\/univet.hu\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Matis_1-640x640.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/strong><\/p> <p><strong>Was war zu Anfang deine Vision f\u00fcr dein Studium, und wurde sie im Laufe der Jahre verwirklicht?<\/strong><\/p> <p>Mein erster Eindruck war, dass dies eine kleine und vertraute Universit\u00e4t ist. Meine Vermutung, dass es sich um eine enge Gemeinschaft handelt, best\u00e4tigte sich im Laufe der Jahre. Der erste Anatomie-Vortrag, bei dem Professor S\u00f3tonyi die verschiedenen K\u00f6rperteile an einem lebenden Pferd zeigte, war eine gro\u00dfartige Erfahrung. Andererseits erschreckte er die ganze Gruppe, als er sagte, dass alles, was wir am Montag h\u00f6ren, f\u00fcr die \u00dcbung am Dienstag gelernt werden sollte. Das gewaltige \u201eHausaufgaben\u201c-Pensum und die enorme Menge an lateinischen Formulierungen erschienen uns zu viel; in der Tat glaubten wir nicht wirklich, dass es m\u00f6glich w\u00e4re, all das zu lernen. Aber es war m\u00f6glich, du musst nur alles geben. In der Zwischenzeit haben wir uns dann auch in das Thema als Grundlage unseres Berufes verliebt. Das lag zum Teil am Enthusiasmus von Professor S\u00f3tonyi. Seine feuriger und dynamischer Vorlesungsstil hinterlie\u00df bei den Studierenden einen gro\u00dfen Eindruck. Als Professor m\u00f6chte auch ich immer mit gro\u00dfem Enthusiasmus unterrichten, damit ich auch die Sch\u00f6nheit der Biochemie zeigen kann.<\/p> <p><strong>Als Dozent hast du Kontakte zu allen Studierenden der Universit\u00e4t, da du auch auf Englisch, Ungarisch und Deutsch unterrichtest. Ist es nicht anstrengend, von einer Sprache in eine andere zu wechseln?<\/strong><\/p> <p>In der Tat ist es nicht immer einfach, wenn man einen englischen und einen deutschen Kurs hintereinander hat. Frau Neogr\u00e1dy ist f\u00fcr die englischen Kurse verantwortlich, ich \u201eleite\u201c die ungarischen und die deutschen Studentinnen und Studenten. Ich habe 2013 die ungarischen Vorlesungen von Professor Veresegyh\u00e9zy \u201egeerbt\u201c und 2014 die deutschen Kurse von Professor Emeritus Ferenc Kutas \u00fcbernommen. Ich hielt es f\u00fcr eine gro\u00dfartige Gelegenheit, in relativ jungen Jahren mit der theoretischen Ausbildung und Pr\u00fcfung ganzer Jahrg\u00e4nge beauftragt zu werden.<\/p> <p>Die Unterrichtssprache ist nicht der einzige Unterschied zwischen unseren Studierenden. 90 Prozent der deutschsprachigen Kommilitonen kommen aus Deutschland. Es ist einfach, mit ihnen zu arbeiten, weil das eine eng miteinander verbundene Gruppe von flei\u00dfig und hart arbeitenden jungen Menschen ist. Auch ihr Grundbildungsniveau ist \u00e4hnlich. Auf der anderen Seite sind die Ungarn in der Regel die besten Studierenden, da sie gar nicht erst aufgenommen werden, wenn sie nicht mindestens zwei gehobene Abiturpr\u00fcfungen vorweisen k\u00f6nnen.<\/p> <p><strong>Welche Traditionen vermittelst du bei der Lehre der Biochemie?<\/strong><\/p> <p>Ich bin stolz darauf, Kreide in unseren Vorlesungen zu verwenden und die Stoffwechselprozesse zusammen mit den Studentinnen und Studenten Schritt f\u00fcr Schritt aufzuschreiben. Aufgrund der Komplexit\u00e4t biochemischer Reaktionen brauchen wir daf\u00fcr eigentlich drei gro\u00dfe Tafeln. Der Erfolg unserer Methode zeigt sich deutlich daran, dass unser H\u00f6rsaal auch ohne Anwesenheitsliste immer voll ist.<strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-52856\" src=\"https:\/\/univet.hu\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Matis_2-320x320.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"320\" srcset=\"https:\/\/univet.hu\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Matis_2-320x320.jpg 320w, https:\/\/univet.hu\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Matis_2-640x640.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/strong><\/p> <p><strong>Welche Aufgaben hast du als Direktor f\u00fcr Lehre?<\/strong><\/p> <p>Unser Rektor beauftragte mich, die Arbeit des Vizerektors f\u00fcr Studienangelegenheiten sowie des Studentensekretariats zu unterst\u00fctzen. Unsere mit der Immatrikulation zusammenh\u00e4ngenden T\u00e4tigkeiten sind wichtig und sehr vielf\u00e4ltig. Ich bin aktiv an der Entwicklung des Curriculums f\u00fcr das 12. Semester im Studiengang Veterin\u00e4rmedizin, an dem neu gestarteten Ausbildungsprogramm zur tier\u00e4rztlichen Versorgung von Nutztieren und an der Wiedereinrichtung des Studiengangs Zoologie beteiligt.<\/p> <p><strong>Was erwartest du vom kommenden Jahrzehnt?<\/strong><\/p> <p>Ich w\u00fcnsche mir, dass das vertraute, eingeschworene Team der Abteilung f\u00fcr Biochemie noch st\u00e4rker wird und unseren derzeitigen Doktoranden helfen wird, vollwertige wissenschaftliche Mitarbeiter in unserer Abteilung zu werden. Wir werden unsere auch bis jetzt intensive Forschung weiter fortsetzen und auch neue Wege gehen. Zum Beispiel haben wir bereits mit der Vorbereitung von 3D-Zellkulturen begonnen. Was meine pers\u00f6nlichen Ziele betrifft, so m\u00f6chte ich bis 2030 den Doktortitel der Ungarischen Akademie der Wissenschaften erhalten. Aber das Wichtigste ist, eine Familie zu gr\u00fcnden, zu heiraten und Kinder zu bekommen!<\/p> <p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Lehrt\u00e4tigkeit von Dr. G\u00e1bor M\u00e1tis, der 1986 in Szeksz\u00e1rd geboren wurde, verlief absolut geradlinig. Er ist au\u00dferordentlicher Professor der Abteilung f\u00fcr Biochemie am Lehrstuhl f\u00fcr Physiologie und Biochemie und arbeitet seit einigen Monaten als Direktor f\u00fcr Lehre an der Universit\u00e4t. 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