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Das vierjährige Forschungsprojekt der Veterinärmedizinischen Universität Budapest betrifft nicht nur Tierhalter

Unter der Leitung der Veterinärmedizinischen Universität Budapest und in Zusammenarbeit mit dem HUN-REN-Institut für veterinärmedizinische Forschung und der Széchenyi-István-Universität fand am 19. Februar 2026 um 10:00 Uhr die Abschlussveranstaltung des Projekts „Nationales Labor für infektiöse Tierkrankheiten, Antibiotikaresistenz, veterinärmedizinische öffentliche Gesundheit und Sicherheit der Lebensmittelkette” (ID: RRF-2.3.1-21-2022-00001) am 19. Februar 2026 um 10:00 Uhr auf dem Campus der Universität in der István-Straße in Budapest seine Abschlussveranstaltung ab.

Das Projekt wurde mit einer Förderung von 3,3 Milliarden HUF durchgeführt und konzentrierte sich auf Forschung und Entwicklung zur Prävention von Infektionskrankheiten, zur Verringerung der Risiken von Antibiotikaresistenzen (AMR) und zur Entwicklung von Diagnostika, Impfstoffen und Wirkstoffkandidaten.

Wir neigen dazu, AMR als ein weit entferntes Problem zu betrachten. Es betrifft jedoch unser tägliches Leben – sei es in unserer eigenen Küche, in der Arztpraxis oder bei der Pflege unserer Haustiere –, da es gleichzeitig Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier sowie auf die Landwirtschaft hat. Die moderne Wissenschaft bezeichnet dies als „One Health“-Ansatz und erkennt damit an, dass Ereignisse in einem Bereich unweigerlich auch Auswirkungen auf andere Bereiche haben.

Das Nationale Labor der Universität konzentrierte sich daher nicht auf einen einzelnen Bereich, sondern suchte nach Zusammenhängen: Wie entstehen und verbreiten sich resistente Krankheitserreger und welche praktischen Instrumente können diese Risiken wirksam verringern?

Eine der wichtigsten Botschaften des Projekts ist, dass Resistenz kein theoretisches Problem ist. Ihr Anstieg kann auch in Ungarn zu messbaren gesellschaftlichen Belastungen führen: Schätzungen zufolge könnte ein Anstieg der AMR um 1 % zu 65 zusätzlichen Todesfällen und 1.800 verlorenen Lebensjahren führen. Dementsprechend zielte die Forschung nicht auf „einzelne Bakterien“ ab, sondern darauf, aus großen Datensätzen praxisrelevante Schlussfolgerungen zu ziehen.

Mehr als 3.000 Bakterienisolate wurden gesammelt und untersucht, wodurch fast 70.000 Resistenzergebnisse erzielt wurden, darunter zahlreiche multiresistente Krankheitserreger und mehrere hundert Isolate, die Resistenzgene tragen, die ein Risiko für den Menschen darstellen können.

Diese Kette wird wirklich verständlich, wenn man sie anhand von Alltagsgegenständen betrachtet. So wurden beispielsweise Proben aus Lebensmittelbehältern entnommen, die in der öffentlichen Gastronomie verwendet werden, wodurch mehrere hundert E. coli-Stämme isoliert werden konnten, darunter mehrere multiresistente Krankheitserreger.

Im Rahmen des Projekts wurde auch die notwendige Infrastruktur zur Unterstützung dieser Forschungsergebnisse geschaffen. Mehr als 50 neue Instrumente stehen nun mehreren Universitätseinheiten zur Verfügung. Dazu gehören eine Versuchstierhaltung (für Geflügel und Kaninchen), erweiterte Kapazitäten im Bereich Molekulargenetik und Sequenzierung sowie mehrere hochwertige Diagnosewerkzeuge, darunter ein MALDI-TOF-System, das eine schnelle und präzise Identifizierung von Bakterien ermöglicht.

Die Auswirkungen des Projekts gehen über die Forschungszahlen hinaus. Die Experten knüpften 25 nationale und 13 internationale Kooperationen und reichten 40 internationale Förderanträge ein, von denen 15 erfolgreich waren. Außerdem wurden mehrere Industriepartnerschaften ins Leben gerufen, darunter der Verkauf von Rechten am geistigen Eigentum für die Entwicklung eines Mycoplasma-Impfstoffs an ein internationales Pharmaunternehmen. Im Rahmen des Projekts wurden fünf gewerbliche Schutzrechtsanmeldungen eingereicht.

Bei der öffentlichen Abschlussveranstaltung erhielten die Teilnehmer Einblicke, wie Laborergebnisse in der Praxis zu Risikominderung und Prävention beitragen. Die Präsentationen befassten sich mit komplexen Datenanalysen zum AMR-Risikomanagement, neu identifizierten Schweineviren, phagenbasierten Ansätzen, Impfstoffkandidaten und dem Potenzial von probiotisch fermentiertem Futter.

Das Projekt wurde mit Mitteln der Europäischen Union im Rahmen der Aufbau- und Resilienzfazilität (RRF) durch nicht rückzahlbare Finanzhilfen durchgeführt.