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Kurzer Historischer Überblick über die Tierärztliche Ausbildung in Ungarn

1787, kurz nach der Gründung der ersten Veterinärschule der Welt (1762, Lyon) wurde in der Stadt Pest (heute Innenstadt von Budapest) an der Medizinischen Fakultät ein „Lehrstuhl für Tierarzneikunde“ gegründet, um den Studenten der Medizin und Chirurgie grundlegende Kenntnisse der Tierkrankheiten und von deren Behandlung zu vermitteln. Dies war damals die Aufgabe der Allgemeinmediziner. Am Anfang des 19. Jahrhunderts spornte die schnelle Ausbreitung der traditionalen Pferde- und Rinderzucht mit der adäquaten Entwicklung die Lehranstalten an. Dementsprechend wurde im Jahre 1851 die Lehrkanzel als „Königliches Ungarisches Tierarzneiinstitut“ von der Medizinischen Fakultät getrennt. Diese Einrichtung wurde 1899 in den Rang eines Königlichen Colleges erhoben, welches das Promotionsrecht zum Doctor Veterinariae Medicinae erhielt. Als selbständige Ausbildungsstätte erwarb es sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts einen guten internationalen Ruf und wurde 1960 zu einer selbständigen Universität.

Im Rahmen der landesweiten Umstrukturierung der Hochschulen wurde im Jahre 2000 auch die Szent István Universität gegründet, dessen Veterinärmedizinische Fakultät ab dem Sommer 2016 erneut selbständig als Veterinärmedizinische Universität fungiert. Sie ist weiterhin eine staatliche Institution und wird fortlaufend der ungarischen Akkreditierung unterzogen.

Internationale Akkreditierung

Im Jahre 1995 wurde unsere Schule durch die EAEVE (European Association of Establishments for Veterinary Education) international akkreditiert. Es wurde festgestellt, dass die Budapester niversität „unter ihren Europäischen Schwesterinstituten eine stolze Position für sich beanspruchen kann. Die jungen Absolventen haben den Wettbewerb ihrer europäischen Kollegen auf Grund ihres Wissens und ihrer praktischen Fähigkeiten nicht zu fürchten.“ Auch die erneuten Untersuchungen in den Jahren 2004 und 2015 wurden positiv abgeschlossen. Die Akkreditierung der Budapester Veterinär-Schule wurde durch die F.V.E. (Federation of Veterinarians of Europe) bekräftigt.

Ungarn ist seit 2004 ein reguläres Mitglied der Europäischen Union – was die Anerkennung der Abschlüsse innerhalb der EU und die Gleichwertigkeit mit Abschlüssen anderer EU-Länder bedeutet. Neben den EU-Ländern wir das Budapester Diplom in zahlreichen weiteren Staaten akzeptiert. Nach einem board-exam in Kanada oder den USA sind Absolventen auch befugt in Nord-Amerika zu praktizieren.

Fakten und Zahlen

 

 

Die Veterinärmedizinische Universität ist – an die Bevölkerungszahl von 10,5 Millionen angepasst – die einzige tierärztliche Ausbildungsstätte in Ungarn. Es werden derzeit jährlich ca. 100 Studenten für den ungarischen, und je 120 für den deutsch- bzw. englischsprachigen Studiengang immatrikuliert. Wie alle staatlichen Universitäten wird auch unsere Uni vom Ministerium für Bildung beaufsichtigt. Die Lehrund Forschungsprogramme werden auch durch das Ministerium für Landwirtschaft und Forsten, sowie der Akademie der Wissenschaften mitfinanziert.

Bibliothek und Internet

Die Veterinärmedizinische Bibliothek, Archiv und Museum besitzt eine reiche Sammlung. Besonders wertvolle Stücke sind in der historischen Bibliothek Bücher aus dem 16 – 19.- Jahrhundert, das Archiv der Universität und das Museum der Veterinärmedizin.

Über dies ist es auch ein modernes Informationszentrum mit aktuellen Fachzeitschriften und Büchern der Veterinärmedizin und der Biologie (gedruckt oder in elektronischer Form), einem Onlinekatalog, einer digitalen Bibliothek, großen internationalen Datenbanken (wie z.B. CAB Abstracts, FSTA, Zoological record, Web of Science) und einer dynamischen Homepage. Ein Computerraum, sowie Druckund Kopiermöglichkeiten und WIFI sind hier auch erreichbar.

Campus und Aussenstellen

Der Hauptbereich der Universität befindet sich in der Stadtmitte, nahe einem der großen Bahnhöfe und Metrostationen (Keleti pu.) – und ist somit durch mehrere öffentliche Verkehrsmittel mühelos zu erreichen. Die wichtigste Außenstelle ist in Üllő, ca. 10 km vom Stadtrand entfernt. Sie umfasst ein Versuchsinstitut für Biotechnologie, eine Bank für lebendige Gene zur Erhaltung alter ungarischer Nutztierrassen, Pferdeställe mit Reitschule und Reitplatz, sowie einer 2001 eröffneten Großtierklinik. Neben der täglichen Routinearbeit dient sie der klinischen Ausbildung unserer Studenten. Die Universität organisiert einen Shuttle-Service vom Campus zu dieser Außenstelle. Im Jahre 2006 wurde die neue Kleintierklinik eröffnet. Diese neu errichtete Anlage bietet den Studenten, Klinikern und Patienten Diagnose- und Therapiemöglichkeiten des 21. Jahrhunderts.