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Geschichte einer Klinik für Nutztiermedizin

Geschichte einer Klinik für Nutztiermedizin

Die Veterinärmedizin ist grundsätzlich ein manueller Beruf, dessen Aneignung viel Praxis erfordert, deswegen spielt die praktische Ausbildung eine besondere Rolle. Anfang der 90er Jahre gelangten die Leiter der Veterinärmedizinischen Universität (Rechtsvorgänger der Fakultät für Veterinärmedizin an der Sankt-Stephans-Universität) angesichts des obigen Gedankens zu dem Entschluss, die ungarische Tierarztausbildung, die auf 215 Jahre zurückblicken kann, an die Ansprüche des 21. Jahrhunderts anzupassen.

Ein besonders wichtiges Ziel bestand neben der Bewahrung der theoretischen Ausbildung auf einem traditionell hohen Niveau darin, die praktische Ausbildung und die Dienstleistungen in der Veterinärmedizin zu verbessern, wofür der Campus der Alma Mater wegen seiner Lage in der Innenstadt heutzutage nicht mehr geeignet war. Um den zukünftigen Anforderungen an die Pferde- und Nutztiermedizin gerecht zu werden, entschloss sich die Leitung der Veterinärmedizinischen Universität nach zahlreichen Abstimmungen dazu, eine neue Klinik am Standort Gehöft Üllő-Dóra, das von der Universität verwaltet wird, zu bauen.

Wegen der Nähe zur Hauptstadt (ca. 35 km) und der einfachen Anreise stellte die ca. 4 Hektar große Fläche in unmittelbarer Nachbarschaft des Versuchsinstituts im Gehöft Dóra (Rechtsvorgänger des Musterbetriebs) einen idealen Ort hierfür dar. Die neue Einrichtung wurde nach der Grundsteinlegung am 25. November 1994 im Rahmen der Einweihungsfeier am 7. September 2001 eröffnet. An der Großtierklinik in Üllő finden die theoretischen und praktischen Lehrveranstaltungen auf dem Gebiet Pferde- und Nutztiermedizin statt, und zwar in englischer und ungarischer Sprache als Teil der Grund- und Postgraduierten-Ausbildung. In deren Rahmen werden die Ausbildungen auf der Grundlage von Therapie und Vorbeugung aufeinander abgestimmt, Tierhaltern und Landwirten werden klinische Dienstleistungen und Fachberatung auf hohem Niveau auf den Gebieten klinische und Tierbestands-Medizin angeboten, wobei wir uns auch immer die Unterrichtspflichten und die Einführung angewandter klinischer Forschungsergebnisse bei der Behandlung von Nutztieren vor Augen halten. Darüber hinaus bieten die Tierarztkollegen den Tierhaltern in den Bereichen innere Medizin, Chirurgie, Augenheilkunde, Geburtshilfe und Reproduktionsbiologie eine umfassende ambulante und Notversorgung an. Die therapeutische Arbeit wird durch moderne Labordienstleistungen (Blutbild, biochemische Parameter, parasitologische und zytologische Untersuchungen, Blutgasanalyse, Blutgerinnung, Spermauntersuchung) und einen modernen Instrumentenpark (digitales Röntgen, Computertomographie, Narkosemaschinen, Arthroskopie, „TA“-Ausrüstung für Knochenbrüche, EKG, Ultraschall, Video-Endoskop, Treadmill) unterstützt.

Im fast 1500 m2 großen Krankenhausteil befinden sich zwei OP-Säle für chirurgische Eingriffe (Fuß-, Kopf-, Hals- und Kolikoperationen), ein Untersuchungssaal für innere Medizin (Atemwegsendoskopie, EKG) und einer für Geburtshilfe (Kaiserschnitt, Fetotomie, Ultraschall-Untersuchung, künstliche Befruchtung), ein Labor und ein Raum für bildgebende Systeme. Die Tiere können in vier Ställen mit Einzelboxen untergebracht werden. Damit ist die Klinik eine der bestausgestatteten Institutionen in Mittelosteuropa. Von den Mitarbeitern der Großtierklinik verfügen bereits vier über ein europäisches Spezialisten-Diplom, der fünfte Kollege muss auch nur noch die letzte Prüfung ablegen, was eindeutig das hohe Niveau der hiesigen klinischen Arbeit zeigt.